Seminararbeit
 
über das Thema
 
Tageszeitung im Internet
Das virtuelle
Dienstleistungsangebot
 
Im Rahmen des Hauptseminars
 
"Internet Intranets - Second Web (3D) - Multimedia
Global/Neue Welt (telekontinente)ordnung"
 
im WS 1997/98
am Otto-Suhr-Institut
der Freien Universität Berlin
 bei
Dozent Dr. Werner Breede
HS 15 365
 
 
(vom 20. November 1997)
 
 

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

back

Wer behauptet, Zeitungsliteratur diene ausschließlich der Information, der irrt. Zeitunglesen in der U-Bahn, beim Frühstück, an langen, regnerischen Sonntagen auf der Couch...das ist mehr als der Konsum partieller Nachrichten von zu Hause oder aus aller Welt. Die Lektüre von Tageszeitungen beinhaltet neben Nachrichten aus Politik und Wirtschaft einen Serviceteil (Kleinanzeigenmarkt, Veranstaltungskalender) und ein Sammelsurium aus kleinen, mehr oder weniger literarischen Kunststückchen: "Seite-3-Reportagen", Feuilleton, Kommentare, Hintergrundberichte, Glossen, Reise-Reportagen, usw.

Wäre Mensch nur an der puren schlaglichtartigen Versorgung mit regionalen und weltpolitischen Nachrichten interessiert, könnte er sich mit den Kurznachrichten im Fernsehen zufrieden geben. Die Statistik aber scheint das Gegenteil zu beweisen: 80 Prozent aller Deutschen über 14 Jahren (50,6 Millionen Bürger) lesen täglich eine Zeitung. Vor diesem Hintergrund erscheint es zumindest fragwürdig, ob eine Tageszeitung im Internet ihren traditionellen Charakter Lesen als Denk- und Kulturerlebnis beibehalten kann, oder ob sie sich durch den "Sprung ins Netz" nicht vielmehr einem Wandel unterwirft, der mit dem Wörtchen "neu" vor dem Begriff "Medien" tatsächlich adäquat beschrieben wird.

Vorliegende Arbeit will sich dieser Frage widmen und untersuchen, was an dem Medium "Tageszeitung im Internet" neu und anders ist und wie sich die Qualität der papierenen Ausgabe der Tageszeitung durch das Konvertieren in die bunte, nicht-lineare HyperText-Markup-Language-Welt verändert. Dabei soll allen betroffenen Akteuren Aufmerksamkeit zuteil werden: Den Anbietern (Verlage), den Online-Journalisten und dem Leser oder "User". Nicht zuletzt soll das Online-Angebot selbst näher betrachtet werden.

Dazu soll ein kurzer Überblick über die vorhandenen deutschen Tageszeitungen im Internet den gegenwärtigen Stand des Online-Engagements von Verlagen illustrieren um dann anschließend auf das Angebot sowohl formal als auch inhaltlich einzugehen. Darauf folgend wird die Finanzierung der Online-Projekte erläutert, weil deren Erfolg oder Mißerfolg eine Aussage über die künftige quantitative und qualitative Entwicklung von Internet-Medien ermöglicht. Ein kurzer Einblick in die Messung der elektronischen Auflagenzahlen, sprich "Pageviews" und "visits" und eine Skizzierung des (neuen) Berufsbildes des Online-Journalisten soll das Bild abrunden. Im Anschluß soll auf Basis des bis dahin Erschlossenen eine kritische Wertung und Prognose von Tageszeitungen im Internet versucht werden.

Daten und Fakten dieser Untersuchung wurden ausschließlich im Internet recherchiert, die entsprechenden URLs (Uniform Resource Locator) befinden sich im Anhang. Desweiteren liegt der Arbeit eine selbst durchgeführte Umfrage zugrunde: 32 Tageszeitungen im Internet wurden mit einem 10 Fragen umfassenden Bogen via E-Mail angeschrieben. Der Rücklauf betrug 14 ausgefüllte Fragebögen. Die Fragen und Antworten befinden sich ebenfalls im Anhang, die Auswertung fließt jeweils als solche gekennzeichnet - in die Arbeit mit ein. Diese Umfrage beansprucht keinen repräsentativen Charakter, sondern dient lediglich dazu, Trend-Aussagen vollziehen zu können.


A. Empirie wer und wieviele Zeitungen sind Online?

back
Statistiken über Inhalte im Internet erstellen zu wollen, gleicht einer Sisyphusarbeit: Die Anzahl der Rechner und Domains allein in Deutschland wächst in einer schwindelerregenden Größenordnung, täglich kommen neue Online-Angebote ins Internet, andere wechseln ihren Domain oder geben ihr Online-Engagement wieder auf. Letzteres erfährt man meist per Zufall, wenn beim surfen eine WWW-Adresse "Error" meldet, statt die erwartete Seite zu laden.

Zuverlässige Daten über die Anzahl von Rechnern und Domains in Europa und Deutschland erhält man bei der Organisation "DE-NIC". Sie betreibt den Primary-Nameserver für die Toplevel-Domain DE und ist in Zusammenarbeit mit internationalen Gremien und der DENIC-eG für die Administration des Internet zuständig.

Folgende Grafik, erstellt von DE-NIC, gibt einen Überblick über die Entwicklung des Internet in Europa und Deutschland:

 

 

Diese Grafik stammt vom 31. Oktober 1997 und dürfte heute einen Monat später - eine noch steilere Kurve nach oben weiter zeichnen. Ähnlich verhält es sich mit der Statistik über Tageszeitungen im Internet. Mit Stand vom 31. Januar 1997 gibt es in Deutschland 66 Zeitungsverlage mit einem Online-Angebot. Der Bund Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat eine Liste der beteiligten Zeitungen mit den Namen des jeweiligen Online-Dienstes und den dazugehörigen elektronischen Adressen zusammengestellt. Am 23. März 1997 zählt der BDZV 81 Online-Tageszeitungen, klickt man sich heute (16. November 1997) durch die Seiten des BDZV und stößt auf diese Liste, sind dort bereits 112 Tageszeitungen online registriert.

Statistische Erhebungen darüber, wieviele und welche Zeitungen im Netz vertreten sind, scheint eine beliebte Beschäftigung zu sein. Sowohl eine Masse von privaten Homepages, als auch verschiedene universitäre Einrichtungen bieten Verzeichnisse mit nationalen und internationalen Medien im Internet. Sie sind mal mehr, mal weniger gut nach special interests sortiert. Um solche Verzeichnisse mit einer recht ergiebigen Trefferquote zu finden, recherchiert man in Suchmaschinen mit dem Stichwort "Zeitungen im Internet". Zuverlässige Datenbanken sind außerdem u.a.:

  • Kress-Report (nach eigener Angabe die meist besuchte Medien-Fachzeitschrift im Internet):

  • bietet kommentierte (!) Link-Liste mit 88 Objekten


 

B. Die Tageszeitung im Internet: Was kann sie, was bietet sie?

back
Bei derzeit rund 100 Tageszeitungen online bietet sich eine erstaunliche oder vielleicht auch nicht erstaunliche Vielfalt an Service-Leistung, Aufbereitung von Nachrichten und layout-technischer Gestaltung (Grafik, Animation, Design). Detailliert auf jedes einzelne Online-Angebot einzugehen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Verallgemeinernd aber kann man konstatieren, daß Tageszeitungen Online im Vergleich zur papierenen Schwester (besser: Mutter) in der Regel ausgestattet sind mit einem umfassenden interaktiven Dienstleistungs-Angebot. Hier nur eine Auswahl:
  • Archiv mit Volltextrecherche (oftmals gratis)
  • Teilnahme an Gewinnspielen via Mausklick
  • Abo-Bestellung via Mausklick
  • interaktive Anzeigenannahme
  • ausdruckbares Kreuzworträtsel
  • Kino-Programm oftmals verbunden mit der Möglichkeit zur interaktiven Kartenreservierung und Filmarchiv
  • Downloadbare Fotos zur Weiterverwertung
  • Verweise auf andere Links, zumeist themenbezogen innerhalb redaktioneller Artikel
  • Werbung verlinkt zur werbeführenden Firma (ermöglicht direkte und schnelle Produktinformation)
Insbesondere Regionalzeitungen bündeln die surfenden Stadt- und Städtchenbewohner auf einem virtuellen Marktplatz, wo schneller und direkter Datenaustausch via Mausklick der regionalen Serviceleistung und der gegenseitigen Kontaktaufnahme eine andere Qualität verleiht. Zu nennen wäre hier u.a.:
  • Lokaler Veranstaltungskalender
  • Archivierte Gastroführer
  • Regionaler Kleinanzeigenmarkt mit interaktivem Zugriff
  • Bestellung des Wunschkennzeichens für das Auto
  • Nahverkehrs-Fahrpläne
  • Stadtpläne mit Suchfunktion
  • Leit-Hilfe durch den Behördendschungel
  • Tourismus-Infos
  • Lokales Homepage- und E-Mail-Verzeichnis
  • Urlaubsabmelde-Service, Adressenänderungs-Service
  • Lokaler Branchenindex
  • Polizeibericht, Kirchenanzeiger, Sterbetafel
  • Virtual-Reality-Plugin durch bsplw. das Verlagshaus
Kaum eine Tageszeitung hebt ihre komplette Printausgabe im Volltext ins Netz. Zumeist erscheinen die Artikel nur in einer Auswahl und in gekürzter Version. Ausnahmen bestätigen die Regel: Als besonderes Zusatz-Angebot können User zum Beispiel die Berliner Boulevard-Zeitung BZ  in ihrer kompletten Print-Ausgabe downloaden. Diese Seiten sind im PDF-Format erhältlich, welches mit Adobe Acrobat (ein plattformübergreifendes Tool zur Dokumentations-Umsetzung unter Beibehaltung des gesamten Layouts und aller Schriftarten) zu laden ist. Ein weiteres Beispiel für ein Volltext-Angebot (im HTML-Dateiformat) ist u.a. die ZEIT.

Desweiteren bieten Tageszeitungen im Internet Mittel zur direkten Kontaktaufnahme zum einen zwischen der Redaktion und den Usern, zum anderen zwischen den Usern selbst. Folgende Einrichtungen stehen u.a. hierfür zur Verfügung:

  • Leserbriefe via E-Mail
  • Themenvorschläge, Beschwerden oder Lob direkt an die Redakteure via E-Mail
  • Kommunikation mit anderen Lesern in Diskussionsforen zu bestimmten Themen
  • Kommunikation in Echtzeit innerhalb des von vielen Zeitungen angebotenen Chats
Bis auf wenige Ausnahmen gestalten sich die Tageszeitungen im Internet recht bunt. Grafiken, Animationen, Logos und Werbebuttons und dazu noch eine Auswahl von Fotos sollen den User animieren. Oftmals jedoch wird die Ladezeit der Seiten dadurch beeinträchtigt, da im Schnitt nicht alle User auf dem neuesten Stand der Technik sind. Beispiel für eine sehr farbenprächtige Gestaltung ist die BILD-Online,  ihr Gegenstück ist die sehr textorientierte Tageszeitung die WELT.

C. (Zu) teures Online-Engagement der Verlage?

back
Aus der in der Einleitung angesprochenen von der Verfasserin durchgeführten Umfrage geht hervor, daß die wenigsten Online-Investitionen der Verlage in Kürze schwarze Zahlen schreiben werden. Nur ein einziger Teilnehmer der Umfrage rechnet damit, bereits im Jahre 1998 kostendeckend zu arbeiten. Alle anderen verwiesen den Break-Even auf die Jahre 1999/2000, gaben gar keine Zeitvorstellung an oder sprachen auch von langfristig kaum einer Gewinnerwartung. Im Rahmen der Veranstaltung "Zeitungstag" am 17. Oktober 1997 in München konstatierte Prof. Dr. Horst Opaschowski, Leiter des BAT-Freizeitforschungs-instituts Hamburg, daß die multimedialen Unterhaltungsangebote schneller wachsen würden, als die Nachfrage der Konsumenten: "Die Wirtschaft läuft also Gefahr, am Bedarf und an der Stimmung der Bevölkerung vorbei zu produzieren." Auch Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der Würzburger Zeitung Main-Post, stellte fest: "Die neuen Medien überleben bisher nur, weil sie von Verlagen finanziert werden, die ihr Geld mit dem Verkauf von Tageszeitungen verdienen."

Aus der Umfrage geht weiterhin hervor, daß es eher selten vorkommt, daß eine Online-Redaktion komplett neu aus dem Boden gestampft wird. Oft werden bereits vorhandene Mitarbeiter aus dem Print-Bereich teilweise oder ganz für den Online-Bereich abgezogen und der Rest mit Honorarkräften und freien Mitarbeitern aufgestockt. Einzige Ausnahme dürfte der Arbeitsbereich Technik/Programmierung sein. Die personelle Ausstattung der Online-Redaktionen bewerten fast alle Befragten mit konstant. Ob die geringe Gewinnerwartung Ursache für das verhältnismäßig zurückhaltende finanzielle Online-Engagement ist, oder ob die zögerliche finanzielle Investition Ursache für den (noch) mangelnden finanziellen Erfolg des Online-Engagements ist, ist schwerlich zu beantworten. Um die Investitionsrentabilität zu steigern, haben sich viele Verlage zu Kooperationen zusammengeschlossen und treten damit nicht nur als Online-Anbieter im Netz auf, sondern auch als Service-Provider. Beispiele dafür sind u.a.:

  • Der 1997 gegründete Online-Dienst "OMS-Online Marketing Service", ein Zusammenschluß von 15 regionalen Zeitungsverlagen. Ziel ist die zentrale Vermarktung nationaler Werbung im Bereich Online
  • Der Online-Dienst "Newsfactory". Unter dieser Dachmarke kann der User sowohl die "Augsburger Allgemeine Online", die Wochenzeitung "extra" und den lokalen Radiosender R.T. 1. erreichen. Newsfactory tritt zugleich als Provider auf
  • Der regionale Online-Dienst "Rhein-Main.Net" wird gemeinsam von der Frankfurter Neuen Presse, dem Journal Frankfurt und von o.tel.o communication betrieben. Mittlerweile gehen mehr als 1000 Kunden über Rhein-Main.Net ins Internet
  • Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten kooperieren ebenfalls und ermöglichen über mehrere Einwahlknoten im Raum Stuttgart den Zugang zum Internet. In Zusammenarbeit mit der Landesgirokasse Stuttgart wollen die Online-Dienste Homebanking via Internet zur Verfügung stellen
Nach Ansicht des Geschäftsführers der "Rheinischen Post", Dr. Hans-Dieter Baumgart, hat die einzelne Zeitung wenig Chancen auf dem Online-Markt zu bestehen, das Geschäft der Regionalzeitungen dürfte auf dem Online-Markt vermutlich eher unbedeutend sein, sollte sie nicht hochgradig "aktiv und professionell auftreten". Nötig seien dafür allerdings hohe Investitionen, was wiederum Kooperationen bedingen würde.

D. "Page-Impressions" und "Visits" die wahren Protagonisten

back
Diese Begriffe spielen im Online-Business, insbesondere was die Finanzierung betrifft, fast die wichtigste Rolle und sollen daher kurz erläutert werden:
 
  • Sie sind Maßeinheit für den Zugriff auf die Web-Seiten entsprechend den Auflagenzahlen bei den Printmedien
  • Sie sind Lockvogel für potentielle Anzeigenkunden, also für die eigentlichen Medien-Finanziers, (wenn man von den Einnahmen durch Providing absieht)
Bis vor kurzem herrschte unter den konkurrierenden Online-Zeitungen großes Durcheinander, was die Zählung und Bekanntgabe der Zugriffe betrifft. Teilweise konnten durch entsprechende Programmierung (mehrere Frames auf einer Seite erzeugen mehrere Zugriffe auf nur eine Seite) die Zahlen manipuliert werden. Erst seit kurzem gibt es eine verbindliche Standardisierung.

Seit dem 1. Oktober 1997 nimmt die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) als unabhängige Instanz die von den Online-Medien ermittelten Nutzungszahlen entgegen, kontrolliert und veröffentlicht sie. Der erste Meldetermin für die IVW-geprüften Zahlen war der 7. November 1997. Die Teilnahme am Verfahren setzt eine gebührenpflichtige Mitgliedschaft der Online-Anbieter voraus.

Alle Mitglieder des IVW-Verfahrens zählen nun einheitlich mit einer vom IVW zur Verfügung gestellten Software die Zugriffszahlen in den Maßeinheiten:

  • Page-Impressions: bezeichnet die Anzahl der Sichtkontakte beliebiger Nutzer
  • Visits: bezeichnet einen zusammenhängenden Nutzungsvorgang (Besuch)
Nähere Infos über die Verfahrensweise erhält man beim virtuellen Auflagen-TÜV unter: pz-online oder IVW


E. Online-Journalist, der multifunktionale Informationsmakler

back
Auf die Frage, inwiefern sich der Beruf des Print-Journalisten von dem des Online-Journalisten unterscheidet, antworteten fast alle Teilnehmer der Umfrage mit einer stichwortartigen Aufzählung von Eigenschaften. Eine Zusammenfassung dieser Eigenschaften ergibt folgendes Bild:
  • Print-Erfahrung (journalistische Vorbildung)
  • Ausgeprägtes Marketing-Denken
  • Kreativität
  • Innovativ
  • Solides Grundwissen im Bereich Computer, Multimedia, Internet
  • Schnelle Reaktion
  • Hohes Verständnis für Publikationswerkzeuge
  • Hohes Verständnis für Mechanik von Angeboten
  • Sinn für Benutzeroberflächen
  • Schwerpunkt auf Public Relation
  • Inhalte für bestimmte Zielgruppen anbieten können, um dort Anzeigenkunden zu akquirieren
  • Kontakt halten mit Anzeigenabteilung, Verlag, Geschäftsleitung, Marketing
  • Kürzere Beiträge schnell liefern, rund um die Uhr verfügbar
Offensichtlich scheint sich abgesehen vom technischen Know-How, welches ein Online-Journalist mitbringen sollte der Schwerpunkt der journalistischen Tätigkeit im Online-Bereich zu verlagern. Nicht mehr oder nicht mehr allein die klassischen Eigenschaften, wie Spürsinn, Interesse und Neugier für Themen, Recherchier-Begabung, schreiberische Qualitäten, bilden den Schwerpunkt, vielmehr ist nun die Fähigkeit zur Kooperation mit potentiellen Anzeigenkunden (verstärkt) hinzugekommen. Der Online-Journalist als PR-Berichterstatter und Servicedienstleister? Klingt diese Annahme auf den ersten Blick möglicherweise überzogen, scheint sie doch ihre Bestätigung in einem online-spezifischen Charakteristikum zu finden: Durch den Umstand, daß die Zugriffszahlen auf die Web-Sites, detailliert nach Themen und Sparten, so genau zu ermitteln sind, ist der Online-Redakteur gezwungen, sich an die Wünsche der User zu richten, da ein hoher Zugriff von Usern auf eine bestimmte Seite deren Vermarktungswert bei den Anzeigenkunden erhöht. Bei der Printausgabe werden solche genauen, nach Seiten aufgeschlüsselten Nutzungsdaten eher sporadisch, nicht aber so treffsicher und regelmäßig wie beim Online-Produkt, durchgeführt. Im Print-Bereich zählt die Auflagenzahl für das komplette Produkt und ermöglicht den Journalisten daher noch zumindest vereinzelt Nischen zur Plazierung weniger publikumswirksamer Berichterstattung. Folgende Zitate aus der oben erwähnten Umfrage illustrieren noch einmal, was unter Online-Journalismus künftig zu verstehen ist:
  • "Wegen der genauen Abrufdaten wird der Journalist viel näher am Leserinteresse arbeiten müssen und stärker unter Druck der Anzeigenkunden geraten, die Sparte PR-Redakteur oder "Beilagen"-Redakteur wird im Internet stärker ausgeprägt sein."
  • "Ausgeprägtes Marketing-Denken ist wichtigste Zusatzanforderung"
  • "Weniger journalistische Qualitäten, vielmehr Kreativität, Innovation, solides Grundwissen im Bereich Computer, Internet, Multimedia..."
  • "Faktisch sind das Redakteure zweiter Klasse..."
An dieser Stelle muß kurz erwähnt werden, daß dies auf Journalisten von E-Zines (Zeitungen, die nur im Netz erscheinen mit tatsächlich eigen recherchierten Beiträgen) nicht zutrifft. Diese Variation von Zeitung im Netz bildet aber bislang eher die Ausnahme und ist daher vernachlässigbar. In der Regel werden Artikel in den Online-Tageszeitungen von den Print-Redakteuren für die Print-Ausgabe recherchiert und geschrieben. Der Online-Redakteur hebt sie dann entweder 1:1 oder gekürzt und in HTML konvertiert ins Netz.

Der Beruf des Online-Journalisten scheint sich also (im Verhältnis zur Print-Ausgabe noch) mehr Richtung PR-Berichterstattung zu wandeln. Um dieser These weiteren Beleg zu verleihen, soll noch einmal Dr. Hans-Dieter Baumgart, Geschäftsführer der "Rheinischen Post", bemüht werden: Baumgart geht davon aus, daß die Online-Dienste von Zeitungen mit typischen Tageszeitungs-Inhalten keine Akzeptanz finden; profitträchtig seien vielmehr "Anwendungen" (Ticketing, Shopping ect.). Dagegen kann sich zwar der Chefredakteur der Münchner Abendzeitung, Dr. Uwe Zimmer, nicht vorstellen, daß im Jahr 2010 auf seinem Platz ein Vertreter der Marketingabteilung das Blatt machen würde (die Verfasserin kann sich dieses Zukunftsszenario durchaus vorstellen), aber er ist überzeugt, daß Journalisten künftig eine noch wesentliche bessere Ausbildung erhielten und das dazu auch gründliche Kenntnisse von Werbung und Vertrieb zählten.


F. Tageszeitung im Internet: Nur noch virtueller Werbeträger?

back
Auf Basis des bisher Erläuterten läßt sich folgendes Fazit erschließen:
  • Die Funktion der Zeitung als Werbeträger scheint im Internet eine gewichtigere Rolle zu spielen als im entsprechenden Print-Medium
  • Das hat seine Auswirkung auf das Berufsbild des Online-Journalisten, welchem verstärkt PR-Fähigkeiten abverlangt werden
  • Dienstleistung und virtuelle Serviceangebote sind Schwerpunkt, bzw. starkes Konkurrenzkriterium zwischen den Online-Anbietern
Ein Widerspruch scheint diese Thesen auszuhebeln: Bei der Konkurrenz um Zugriffszahlen innerhalb eines Online-Angebots nehmen die Nachrichten so wie es aus der eigen erstellten Umfrage zumindest hervorgeht den Spitzenplatz ein. So haben fast alle Umfrage-Teilnehmer auf die Frage, welche Sparte ihres Online-Angebotes die am meisten genutzte ist, geantwortet mit "news", "aktuell" oder "lokale Nachrichten". Dieses Ergebnis geht offensichtlich nicht ganz zusammen mit der Annahme, daß Tageszeitungen mit dem klassischen Inhalt keine Akzeptanz im Internet finden, daß Dienstleistung der Schwerpunkt ist und Marketing eine der wichtigsten Stützen. Oder doch?

Meines Erachtens ergibt sich daraus kein Widerspruch. Natürlich ist die Tageszeitung im Internet kein reiner Hort bunter, virtueller Unterhaltung. Der User will selbstredend infomiert sein, daher klickt er "seine" Online-Zeitung ja auch an. Das betrifft insbesondere jene User, die ihren Wohnort gewechselt haben und über das Internet schnell an kurze Heimatnachrichten und/oder partielle Weltnachrichten gelangen wollen. Die hohe Zugriffszahl auf den Bereich "News" erstaunt daher nicht. Der springende Punkt ist dabei das "kurz und schnell": Bei den meisten Online-Zeitungen sind die "News" peppig und kurz aufgemacht. Will sich "User" schnell mal einen Überblick darüber verschaffen, was wem wann wie und wo passiert ist und wer will das nicht? - kann er das recht fix virtuell konsumieren. Online-Zeitungen bieten sich an für diese Art und Weise der Informationsgewinnung. Mag dies nun pauschalisiert sein, entbehrt es dennoch nicht einem Trend.

Was ist dagegen einzuwenden? Vorerst sei an dieser Stelle gesagt, daß die Vorzüge und verbesserten Service-Leistungen durch den Gang von Tageszeitungen ins Internet nicht von der Hand zu weisen sind. Verwiesen sei hier auf Teil B dieser Arbeit. Daß Online-Zeitungen stark auf Kommerzialisierung ausgerichtet sind, vermag auch vielmehr Geschmackssache zu sein, diktiert aber maßgeblich die Qualität der Inhalte. Ein Phänomen, welches dem Zeitgeist entspricht: Die universale Unterordnung von Dingen unter die Erfordernisse des Marktes. Woran die Online-Zeitung demnach vielmehr scheitert ist die Tatsache, daß Zeitungslektüre vielleicht doch mehr sein kann oder sein sollte, als der Gewinn eines schnellen Überblicks über das lokale oder überregionale Geschehen inclusive aller erdenklichen Serviceleistungen. Dieses "Mehr" aber kann (oder will?) eine Online-Tageszeitung tatsächlich nicht leisten das hat sowohl technische als auch kostenmotivierte Gründe. Dieser Gedanke soll hier kurz erläutert werden.

Nimmt man Zeitung lesen im Internet wirklich ernst, will also zumindest qualitativ ebenso informiert sein, wie bei der Lektüre der Print-Variante, hat das seinen (hohen) Preis: Der möglicherweise vorhandene Wille, an einem bestimmten Artikel länger zu verweilen ohne ständig zwischen Off-line und On-line hin- und herswitchen zu müssen ist schon alleine deshalb kein ungestörter Genuß, weil der Einheitenzähler der Telekom im Hintergrund tickt. Dazu kommt, daß ein bestimmtes anvisiertes Interessensgebiet oftmals nur über zeitraubende Hürden erreichbar ist, bis es endlich auf dem Bildschirm erscheint. Bis sich der User durch die leuchtenden Hyperlinks durchgeklickt hat, vorbei an all den bilderbeladenen, bunten Frames- und Nebenframes, hat der Print-Leser längst Seite 13 im Wirtschaftsteil der papierenen Zeitung aufgeschlagen und ist wahrscheinlich schon durch mit dem Artikel. Zumindest der gegenwärtige Stand der Technik macht Zeitungslektüre im Internet zu einem mühsamen und teuren Vergnügen. Dies müßte neu geschrieben werden, wenn sich die technische Infrastruktur verbessert und die Telekom ihre gegenwärtig gigantischen Gebühren (im Vergleich zur USA) minimiert. Beides scheint so schnell nicht einzutreffen.

Ein weiterer Punkt ist der "stetige Trend der Kommerzialisierung des World Wide Web". Online-Journalisten müssen sich wie bereits erläutert diesem Trend anpassen. Tatsächlich als Autor, der selbst recherchiert und schreibt, zu arbeiten und die "Denkfrüchtchen" schließlich - umgekehrt vom Netz in die Print-Ausgabe zu konvertieren, ist schlichtweg zu teuer und nicht gefragt. Ein Verlag wird es sich nicht leisten können/wollen, ähnlich einem E-Zine, eine komplett neue Internet-Redaktion, gegliedert nach Ressorts, aus dem Boden zu stampfen. Im Gegenteil: An Personal wird weitgehend gespart (Honorarkräfte, freie Mitarbeiter, Pauschalisten). Was bleibt, sind Online-Journalisten, die als Konvertierungs- und Marketingspezialisten für ein Medium arbeiten, welches sich mehr als virtueller Werbeträger versteht, denn als Zeitung. Dieser nun bereits erschöpfend behandelte Zusammenhang bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Qualität der Inhalte.

Als letzter Punkt soll der Bogen zum Leseverhalten der User in Bezug auf Online-Tageszeitungen gespannt werden. Das Internet ist kein Lesemedium. Diese These, entnommen aus der bereits schon mehrfach zitierten Umfrage wirft sofort die Frage auf: Wenn das Internet kein Lesemedium ist, wozu dann Zeitungslektüre im Netz? Die Antwort bestätigt zugleich das bis dahin erschlossene Fazit vorliegender Arbeit: Zeitungslektüre im Netz ist eben keine "Lektüre", sondern ein kunterbuntes Konglomerat kurzer regionaler und überregionaler Nachrichten, eine Ansammlung aller erdenklichen interaktiv aufbereiteten Informationen und Serviceleistungen und vor allem ein multimedialer, produktinformations-intensiver Werbeträger. Eine Einschränkung soll an dieser Stelle gemacht werden: Durchaus kommt es vor, daß Interessierte auf der Suche nach spezifizierten Inhalten in Online-Zeitungen und deren Archiven recherchieren. Aber: "Am Bildschirm wird nachgeschlagen, nicht gelesen. Bei einem längeren Text verweilt nur, wer genau ihn gesucht hat und ihn sich nicht in gedruckter Form beschaffen konnte. Ungesuchte Informationspartikel, die nicht auf Anhieb die Aufmerksamkeit arretieren, werden gnadenlos weggeklickt."

Die von vielen Web-Autoren enthusiastisch und in schillernden Farben beschriebene und beschworene Revolution der Intertextualität des World Wide Webs hin zu einer völlig neuen, als postmodern deklarierten Lesart, verblasst in Anbetracht der Erscheinungsformen von Tageszeitungen Online zu einer desillusionierenden minimierten Interpretation der neuen Medien: Es wird mehr geklickt denn gelesen. Die Hypertextualität ist eben nur die Form des Datenkonsums unabhängig vom Inhalt und auf den kommt es beim Denken ja bekanntlich an. Darüberhinaus haben zum Zwecke der Interaktion zwischen Leser und Autor gerade nicht die Autoren das größte Interesse an jenem der da klickt, sondern ganz banal - die Aquisiteure von Werbekunden.

Zeitungsliteratur im Netz dient also weniger einem Lese- und Kulturerlebnis, denn einem zerfahrenen "Zappen von Schnipsel zu Schnipsel". Hat man sich damit abgefunden, kann Tageszeitung-Online sein, was sie (nur noch) ist: Ein virtueller Marktplatz mit einer interaktiven Litfaßsäule im Zentrum.


"Linkographie"

back
BDZV-intern, Hrsg.: Bund Deutscher Zeitungsverleger, Hefte 2 22/1997
http://www.bdzv.de

BILD-Zeitung
http://www.bild.de

BZ, Berlin
http://www.bz-berlin.de

DE-NIC, Betreiber des Primary-Nameserver für die Toplevel-Domain DE
http://www.nic.de

Die ZEIT
http://www.zeit.de

Die WELT
http://www.welt.de

IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern)
http://www.ivw.de

PZ-Online (Service der Publikumszeitschriften im Verband deutscher Zeitschriftenverleger)
http://pz-online.de

Waesche/ Reichling: "Agenten und ökonomische Veränderungen im W3-Modell", Branded Agents, intelligente Inhalte und Labelingsysteme. Aus: Telepolis. Das Magazin für Netzkultur.

Zimmer, E. Dieter: Text in Tüttelchen. Web-Literatur: Realität? Gerücht? Verheißung? Sackgasse?. Die digitale Bibliothek (5) eine Artikelserie für Nutzer und Verächter der Computernetze. Aus: Die ZEIT.
 

Surfen durch die Tageszeitungen über:

Kress-Report, Medien-Fachzeitschrift im Internet

Presselandschaft, Pressefachangebot im Internet
 

Außerdem: Hintergrundliteratur (nicht elektronisch)

Lemay, Laura: Web Publishing mit HTML: die eigene Homepage im World Wide Web erstellen. Verlag Markt und Technik, München 1995.

Lemay, Laura: Noch mehr Web Publishing mit HTML: perfekte Web-Seiten im Internet selbst erstellt. Verlag Markt und Technik, München 1996.


 

Umfrage vom 12. November 1997

back

zum Thema "Tageszeitungen im Internet"

Befragte Objekte: 32 +++ Anzahl der Reaktionen: 17 +++ Beantwortete Fragebögen: 14 +++ Medium: E-Mail
 
Fragen:

 

  • Seit wann ist Ihre Zeitung im Internet vertreten?
  • Wie hoch ist das dafür verausgabte jährliche Budget des Verlags und bis wann rechnet der Verlag mit Rentabilität? (Ich gehe davon aus, daß die meisten Online-Projekte Vorschußinvestitionen mit langfristig geringer und kurzfristig keiner Gewinnerwartung sind)
  • Wieviele Mitarbeiter sind bei Ihnen beschäftigt, wieviele davon haben einen festen Vertrag, wieviele arbeiten völlig frei (Pauschalisten-Verträge zähle ich zu nicht-abhängig beschäftigt)?
  • Ist die Online-Redaktion eher expansiv, oder eher rückläufig, bezogen auf die Anzahl der Mitarbeiter?
  • Wieviele Anzeigenkunden konnten Sie schon gewinnen für Ihre Internet-Seiten?
  • Wie hoch ist die Zugriffszahl auf Ihre Seiten und mit welcher Methode messen Sie diese? Falls dies nicht zu beantworten ist, alternativ oder/und zusätzlich: Wie viele E-Mails gehen pro Tag bei Ihnen ein?
  • Welche Sparte Ihres Online-Angebots ist die am meisten genutzte?
  • Würden Sie der These zustimmen, daß Zeitungen im Internet mehr als Anbieter für diverse Serviceleistungen (Anzeigen, Shopping, Werbung) und als Unterhalter (Chat, Spiele, Kreuzworträtsel, Sportergebnisse, Veranstaltungskalender, usw.) fungieren, denn als echte Informationsalternative (Politik, Wirtschaft, usw.) zur Printausgabe?
  • Wenn ja: Was bedeutet das für den Beruf des Journalisten, der im Online-Bereich tätig ist. Erwarten Sie künftig ein neues Anforderungsprofil für Redakteure im Online-Bereich, wenn ja welches?
  • Was ist Ihrer Ansicht nach ein gutes Argument für den Internet-Gang einer Zeitung, wenn man mal davon absieht, daß es fast schon eine Art Image-Zwang ist, eine WWW-Adresse unterm Logo zu führen? Anders: Wo und für wen macht "Zeitung im Internet" (ehrlich) einen Sinn? Für den User? Für den Anbieter?
 

 

  Umfrage-Ergebnisse

back
 
 
1
"Seit wann im Netz?"
2
 
"Rentabilität?"
3
 
"Wieviele Mitarbeiter?"
4
 
"Engagement expansiv oder konstant?"
5
 
"Wieviele Anzeigen?"
Frankfurter Allgemeine Zeitungt
 
August 1996
-----
Externer Dienstleister
Keine eigene Online-Redaktion
10 Anzeigenkunden
DIE WELT
 
Mai 1995
-Langfristige Investition (Werbung für das Print-Objekt)
-"break-even" nicht in Sicht
3 Redakteure (fest)
1 Techniker (fest)
 
Eher expansiv
Keine Angabe
Anzeigengeschäft läuft zufriedenstellend
Frankfurter Rundschau
 
Sept. 1996
----
4 Festangestellte (Webmaster, Redakteur, EDV, Graphik)
1 halbe Pauschalistenstelle
Konstant
----
Landshuter Zeitung
 
 
April 1997
Ca. 250.000 (ohne Personalkosten)
- Rantabilität frühestens 1999
2 Techniker (Zeitaufwand für Online: 20 %)
1 Marketing (10 %)
1 Redakteur (10 %)
3 freie Mitarbeiter
Keine extra Online-Redaktion vorhanden, Auswahl von Artikeln aus dem Printprodukt werden automatisch ins Netz importiert
Noch keine Werbung (techn. Gründe)
Mainpost
 
Juli 1996
In der Frage formulierte Vermutung richtig
(geringe Gewinnerwartung)
4 Pauschalisten in Online-Redaktion
Techn Bereich und Anzeigenverkauf feste Mitarbeiter
Konstant
10 Anzeigenkunden
Kieler Nachrichten
November 1996
Vielleicht in 2-3 Jahren kostendeckend
2 Redakteure (fest)
½ Stelle für Anzeigen
+ Honorarkräfte
Pauschalisten expansiv
Festangestellte
konstant
3, Tendenz steigend
Passauer Neue Presse
März 1996
Minimales Budget, viel automatisiert, kaum Investition in Inhalte, derzeit Verdienst mit Service-Providing
Für die Inhalte kein Beschäftigter
Expansiv
wenige
Stuttgarter Zeitung
 
August 1997
Break-Even in drei Jahren
6 Feste (+ 2 externe Programmierer)
5 Freie
In Zukunft expansiv
Ca. 10 - 20
Tagesspiegel
 
1995
Rentabilitätsüberlegung ohne zeitliche Vorstellung
4 Feste
4 Honorarkräfte
Expansiv
Ca. drei Dutzend
Frankenpost
 
März 1996
Keine Kostendeckung in den nächsten 2 Jahren
1 Mitarbeiter fest für Online
expansiv
Derzeit keine Vermarktung
Rhein-Zeitung
 
April 1996
1 Mio. pro Jahr, Kostendeckung 1998,
Allein aus dem Zugangsgeschäft werden 1998 Einnahmen in Höhe von 1,3 Mio. DM erwartet
8 Feste, ab März 9
5 Frei und Werkverträge
(aufgeteilt auf mehr Personen, Teilzeit auf Vollzeit hochgerechnet)
Expansiv (im Bereich Verkauf, Technik)
Einige Dutzend Anzeigenkunden national/regional,
Monatsumsatz November: fast 20.000, dazu 200 Service-Hosting-Domain-Kunden
Pforzheimer Zeitung
 
Juli 1997
Kein festes Budget, Rentabilität erst in ein paar Jahren
2,5 Stellen, 
keine Freien
Konstant
20 Anzeigenkunden
Neue Westfälische
Okt. 1996
----
6 Feste
10 Freie
konstant
Monatl. 8-10 region. Werbeflächen im Dienst
Monatl. 5-10 nationale Werbeflächen im Dienst
Lausitzer Rundschau
Feb. 1996
Noch lange nicht
Rentabel
1 Redakteur,
1 Techniker
einige Honorarkräfte
konstant
Wird gerade in Angriff genommen
 
Umfrage-Ergebnisse (Fortsetzung)
back
 
 
 
6
 
"Zugriffszahlen?"
7
 
"Welche Sparte die erfolg-reichste?"
8
 
"Zeitung im Netz Mehr Service als Inhalte (im journalistischen Sinne)?"
9
 
"Der Beruf des Journalisten Quo vadis?"
10
 
"Zeitung im Netz wieso, weshalb, warum?"
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Siehe IVW (Page-Impressions, visits)
Archiv
Richtig
??
-Neuer
Vertriebskanal
- Image
 
Die WELT
Messung nach IVW Zahlen vom Oktober 1997: Page-Impressions: 1.894.707
Visits: 389.793 (damit nach BILD die Nr. 2)
-Wirtschaft
-Börse
Prinzipiell ja, aber "Ausnahmen bestätigen die Regel"
Es zeichnet sich ein Trend ab, "Multimedia-Redakteure" einzusetzen, (journalistische Vorbildung nicht unbedingt notwendig). Schadet Qualität, sofern nicht einfach nur Texte ins Web umgesetzt werden. Bei der WELT nur Redakteure mit Print-Erfahrung
Für den User:
  • Zeitvorteil
  • Zugriff im Ausland (35 %)
  • Archiv kostenlos
 
Für den Anbieter:
Werbung, Image
Frankfurter Rundschau
Siehe IVW (rund 280.000 Pageviews monatl.)
E-Mails: ca. 20-25 tägl.
-aktuell
-Online-Anzeigen
-derzeit: Sonder-veröffentlichung "Deutscher Herbst" mit Archiv-material
 
Gegenwärtig ja, muß aber nicht sein. Gegenbeispiele existieren
Ausgeprägtes Marketing-Denken ist wichtigste Zusatzanforderung
Für den User:
  • Preiswertes Offline-Lesen möglich
  • Archiv
 
Landshuter Zeitung
Noch nicht ermittelt
E-Mails: 10-30 tägl.
----
Richtig
Weniger journalistische Qualitäten, vielmehr Kreativität, Innovation, , solides Grundwissen im Bereich Computer, Internet, Multimedia
Durch zusätzlichen Service stärkere Leser-Blatt-Bindung angestrebt
Main-Post
Ca. 300.000 Hits, Tendenz steigend
Aktuell
Stimmt der These nicht zu
----
Interessant für User, der Wohnsitz verlegt hat
Imageaspekt für Anbieter
Kieler Nachrichten
Tägl. 600-700 User, 7000-8000 Seitenaufrufe, Messung nach Richtlinien des BDZV (siehe IVW), 30-50 E-Mails tägl.
Aktuell
Service-Angebot 
(Sporttabellen, Freizeittips, usw.)
Online-Medium ist Ergänzung zur Printausgabe, mit Diensten, die eine Zeitung nicht so gut leisten kann
Philosophie der ständigen Verfügbarkeit, schnelle Reaktion, multimediale journalistische Aufbereitung
Kein Image-Zwang, Mehrwert für User (Archiv, ständig verfügbar), zweigleisige Kommunikation mit Lesern (agieren, reagieren), bequemere Abwicklung von Serviceleistung (Abos, Anzeigen)
Passauer Neue Medien
IVW 9/97: 112.001 Pageviews, 51874 Visits
News
Stimmt These nicht zu
Auf jeden Fall neues Anforderungsprofil
Vorteile überall, sowohl für User als auch für Anbieter
Stuttgarter Zeitung
IVW-Methode Okt.97: 250.000
News
(über 50 %)
Stimmt These zwar zu, sieht dann aber Widerspruch zu hohen Zugriffszahlen auf news
-------
Neue Zielgruppen erschließen, für Zukunft gewappnet sein
Tagesspiegel
Ab Jan. 1998 IVW
Aktuell
Stimmt These nicht zu
Hohes Verständnis für die Publikations-werkzeuge, für Mechanik von Angeboten, Sinn von Benutzeroberflächen "Auch eine Linkliste oder die Fütterung eines Robots kann journalistische Tätigkeit sein"
Produzenten der Angebote sollen damit Spaß haben, die Nutzer manchmal auch
Frankenpost
Siehe IVW, ca.
500 Nutzer tägl.
Aktuell
Archiv
Wirtschafts-index
Stimmt These
nicht zu
----
User: Mehrwertdienste, Hintergrundinfos zu Tagesthemen
Rhein-Zeitung
IVW-Methode: Okt.97: 585.491 visits, 1,56 Mio. pageviews
Homepage
News
Sport
Internet-Tips
Film
Online-Medium Ergänzung zum Printmedium, keine Alternative
"Zum Geld verdienen gehört umfassende Serviceleistung"
Wegen der genauen Abrufdaten wird der Journalist viel näher am Leserinteresse arbeiten müssen und stärker unter Druck der Anzeigenkunden geraten, die Sparte PR-Redakteur oder "Beilagen"-Redakteur wird im Internet stärker ausgeprägt sein
Zeitung im Netz als "natürlicher" Partner für Kommunen etc. und für Firmen. Zeitungen können die Internetgemeinde bündeln. "Anders als der Marktplatz Zeitung wird der Marktplatz Internet nicht nur Besucher bieten müssen, sondern auch Unterhaltung, Kommunikation, Kaufmechanismen"
Pforzheimer Zeitung
Siehe IVW, ca. 25 E-Mails pro Tag
Nachrichten
Sport
Wirtschaft
Anzeigen
Internet kein Lesemedium, deshalb sind Service, Unterhaltung und Anzeigen das Kapital
Online-Redakteure arbeiten ganz anders als Printredakteure, ergibt sich aus dem neuen Medium
Neues Medium nutzen, jüngere Leserschichten gewinnen, Anzeigenmarkt besetzen
Neue Westfälische
Siehe IVW, 90.000 Pageimpressions monatl.
23.000 visits monatl.
News
Stimmt These nicht zu, da Abfrage des Informationsbereichs sehr gut genutzt wird 
Kreativ, neue Ideen dem Medium entsprechend
Für den User: Immer ganz aktuelle Infos zu jeder Zeit, mehr Hintergrundinfos, Für den Anbieter: Interesse an Innovation, strategisch: Um Abwanderungen
aus dem Anzeigen-geschäft im Online auffangen zu können 
Lausitzer Rundschau
250.000 Requests im Oktober 1997
"Redaktion"
Stimmt These nicht zu. Internet ist Informationsmedium, zur reinen Unterhaltung zu teuer
Nichts anderes, als das schon heute breit gefächerte Berufsbild
Für User: Kommt an Infos aus der Heimat, wenn er auswärts wohnt. Der normale Abonnent hat nur Zugriff auf einen Lokal- und einen Länderteil. Lausitzer Online produziert jedoch 16 Lokalteile, Investoren bekommen leichter Zugang zum politischen Geschehen der "auserkorenen" Kommune 
 


Diese Seite wurde am 20.11.1997 erstellt von Sabine Nuss
Berlin, Freie Universität, WS 97/98

back