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	<title>Sabine Nuss</title>
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	<description>Weblog, Texte, Vorträge, Lehre und anderes</description>
	<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 17:27:30 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Rausgegeben: Studie Grüner Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 17:25:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Gegenwärtig scheint nur ein Projekt kapitalistischer Krisenbewältigung langfristig hegemoniefähig zu sein, das die dafür nötigen Ressourcen, Akkumulationsdynamiken und Konsenspotenziale hervorbringen könnte: ein Green New Deal, eine Periode eines grünen Kapitalismus. Es gilt, von links Positionen zu entwickeln, die auf die Widersprüche eines solchen Herrschaftsprojekts verweisen und interventionsfähig sind. Zugleich sollte eine radikale Realpolitik auf eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image134" src="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/wp-content/uploads/2010/01/gruenerkap_250.thumbnail.gif" alt="gruenerkap_250.gif" align="left" hspace="6" />Gegenwärtig scheint nur ein Projekt kapitalistischer Krisenbewältigung langfristig hegemoniefähig zu sein, das die dafür nötigen Ressourcen, Akkumulationsdynamiken und Konsenspotenziale hervorbringen könnte: ein Green New Deal, eine Periode eines grünen Kapitalismus. Es gilt, von links Positionen zu entwickeln, die auf die Widersprüche eines solchen Herrschaftsprojekts verweisen und interventionsfähig sind. Zugleich sollte eine radikale Realpolitik auf eine sozialistische, sozialökologische Transformation ausgerichtet werden. Noch sind wir in einer relativ offenen geschichtlichen Situation. Die Auseinandersetzung über die Wege nach der Krise ist noch nicht entschieden. Die vorliegende empirische Studie untersucht die materielle Realität bisheriger Politiken ökologischer Modernisierung. Sie zeigt die strategischen Konzepte der unterschiedlichen Kräfte eines grünen Kapitalismus und entwickelt eine Kritik des kapitalistischen Green New Deal. Es werden Perspektiven der Klimagerechtigkeit und der solidarischen Transformation bis hin zu einer möglicherweise notwendigen »Schrumpfungsökonomie« diskutiert. <a href="http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=20416">Grüner Kapitalismus. Krise, Klimawandel und kein Ende des Wachstums</a>, von Stephan Kaufmann und Tadzio Müller, hg. v. Mario Candeias und Sabine Nuss, Reihe: einundzwanzig der RLS, Hg. Dieter Klein, Berlin 2009
</p>
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		<title>Eigentum und Besitz bei Nicos Poulantzas</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 22:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject><dc:subject>Eigentum</dc:subject><dc:subject>Eigentumstheorie</dc:subject><dc:subject>Geistiges Eigentum</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Alex Demirovic, Stephan Adolphs und Serhat Karakayali haben in der Reihe Staatsverständnisse bei Nomos einen Band zu Nicos Poulantzas herausgegeben. Dieser ist jetzt erschienen. Darin findet sich auch ein Aufsatz von mir und Ingo Stützle:
    Durch die in den letzten Jahrzehnten rasant fortgeschrittene Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien wurde »Geistiges Eigentum« zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alex Demirovic, Stephan Adolphs und Serhat Karakayali haben in der Reihe Staatsverständnisse bei Nomos einen Band zu Nicos Poulantzas herausgegeben. Dieser ist jetzt erschienen. Darin findet sich auch ein Aufsatz von mir und Ingo Stützle:</p>
<p>    Durch die in den letzten Jahrzehnten rasant fortgeschrittene Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien wurde »Geistiges Eigentum« zu einer besonders umkämpften Rechtssphäre. Manch einer vertritt die These, Geistiges Eigentum würde zur zentralen Rechtsform des 21. Jahrhunderts bzw. des »Informationszeitalters« werden. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Digitalisierung von Inhalten geistig-kreativer Schöpfung. Durch die elektronische Datenverarbeitung und die grenzüberschreitende Vernetzung von Computern können geistig-kreative Schöpfungen weltweit unautorisiert verbreitet werden. In den vergangenen Jahren hat es etliche Maßnahmen gegeben, die dieser Praxis Einhalt gebieten sollen. So wurde u.a. das Urheberrecht angepasst und Kopierschutztechnologien entwickelt sowie Kampagnen durchgeführt, die das »Unrechtsbewusstsein« der NutzerInnen wecken sollten (»Raubkopierer sind Verbrecher«). Auf internationaler Ebene wurde das internationale Regelwerk TRIPS in die Welthandelsorganisation WTO aufgenommen, um die Eigentumsrechte im zunehmend weltweiten Warentausch mit Gütern geistigkreativer Schöpfung zu sichern.<a id="more-132"></a></p>
<p>    Die aktuellen Entwicklungen und Debatten um Geistiges Eigentum sind vorliegendem Text Anlass für eine Re-Lektüre von Nicos Poulantzas’ Klassen im Kapitalismus – heute von 1974, in dem er den Wandel von Eigentumsverhältnissen seiner Zeit als eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse innerhalb der herrschenden Klasse analysiert. Vor diesem Hintergrund wollen wir Poulantzas’ Konzeption von Eigentum eingehender vorstellen und diskutieren.</p>
<p>Weiterlesen in: Nuss, Sabine/ Stützle, Ingo (2010): Die Mühe der Ebenen. Eigentum und Besitz bei Nicos Poulantzas, in: Demirović, Alex/ Adolphs, Stephan/ Karakayali, Serhat (Hg.): <a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=9906">Das Staatsverständnis von Nicos Poulantzas. Der Staat als gesellschaftliches Verhältnis</a>, Baden-Baden, 115-131.</p>
<p>Die Tage wird sicher das komplette Inhaltsverzeichnis auf der website einsehbar sein.
</p>
<a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=eigentum" rel="tag">Eigentum</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=eigentumstheorie" rel="tag">Eigentumstheorie</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=geistiges-eigentum" rel="tag">Geistiges Eigentum</a>]]></content:encoded>
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		<title>Solidarität mit Kopenhagen-Protest</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 17:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
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		<description><![CDATA[BERLIN &#124; Die Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt sich solidarisch mit den Demonstrationen gegen das drohende Scheitern des UN-Weltklimagipfels in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. &#8220;Gewaltfreier Protest ist dringend nötig&#8221;, sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Florian Weis. Angesichts des Stillstands bei den Verhandlungen könne nur starke gesellschaftliche Gegenwehr für ein Umdenken in der Klimafrage bei den Industriestaaten und führenden Schwellenländern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>BERLIN | Die Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt sich solidarisch mit den Demonstrationen gegen das drohende Scheitern des UN-Weltklimagipfels in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. &#8220;Gewaltfreier Protest ist dringend nötig&#8221;, sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Florian Weis. Angesichts des Stillstands bei den Verhandlungen könne nur starke gesellschaftliche Gegenwehr für ein Umdenken in der Klimafrage bei den Industriestaaten und führenden Schwellenländern sorgen.<br />
<a id="more-131"></a><br />
Scharfe Kritik ruft das Vorgehen der dänischen Polizei gegen Demonstrantinnen und Demonstranten während der Gipfeltage hervor. &#8220;Der präventive Sicherheitsstaat will den Protest unsichtbar und mundtot machen. Doch das wird ihm nicht gelingen&#8221;, sagte die Referentin für Politische Ökonomie und Nachhaltigkeit, Sabine Nuss.</p>
<p>In diesem Zusammenhang unterstützt die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Forderungen nach einer sofortigen Freilassung des Klimaaktivisten Tadzio Müller. Der Sprecher des Netzwerkes Climate Justice Action war gestern am Tagungszentrum des Weltklimagipfels &#8220;vorbeugend&#8221; unter dem Vorwurf festgenommen worden, er habe zur &#8220;massiven Störung der öffentlichen Ruhe&#8221; und zu Gewalt aufgerufen. &#8220;Protestformen zivilen Ungehorsams dürfen nicht mit Gewalt gleichgesetzt werden&#8221;, erwiderte Weis.</p>
<p>Müller ist als Buchautor und Wissenschaftler auch für die RLS tätig. Die Stiftung arbeitete in jüngster Vergangenheit eng mit ihm bei Projekten zu den Themen Klimawandel und -gerechtigkeit sowie Green New Deal zusammen. Im Januar 2010 erscheint in der «Reihe einundzwanzig» von Dietz Berlin und RLS das Buch interner Link folgt «Grüner Kapitalismus. Krise, Klimawandel und kein Ende des Wachstums», das Müller gemeinsam mit Stephan Kaufmann verfasst hat.</p>
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		<title>Tonio Negri war in Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 17:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
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		<description><![CDATA[&#8230;vor ein paar Tagen, im Prater. Er sprach darüber, wie sich in den 1960er Jahren der Bruch mit der traditionellen Kapitalismuskritik in Italien und Frankreich vollzog. Sein Vortrag kann jetzt auf der Seite der RLS runtergeladen werden.
No Tags]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image129" src="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/wp-content/uploads/2009/11/negri-marx-herbstschule_091121_025.thumbnail.JPG" alt="negri-marx-herbstschule_091121_025.JPG" align="left" hspace="4"/>&#8230;vor ein paar Tagen, im Prater. Er sprach darüber, wie sich in den 1960er Jahren der Bruch mit der traditionellen Kapitalismuskritik in Italien und Frankreich vollzog. Sein Vortrag kann jetzt <a href="http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=negri">auf der Seite der RLS</a> runtergeladen werden.</p>
No Tags]]></content:encoded>
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		<title>ÜberLEBEN in den &#8220;Creative Industries&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 15:29:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject><dc:subject>Eigentum</dc:subject><dc:subject>Geistiges Eigentum</dc:subject><dc:subject>lustig</dc:subject><dc:subject>wirtschaft</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Achtung, Werbung. Für eine Konferenz über die berühmten Kreativen in Berlin und anderswo..&#8230;Die »Creative Industries« gelten als Schlüssel für die Metropolenentwicklung im 21. Jahrhundert. Stadtregierungen wie in Berlin rücken sie ins Zentrum von Image- und Standortpolitik. Bei den Debatten steht vor allem der Nutzen für Wirtschaft und Stadtentwicklung im Vordergrund - selten werden die gewandelten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Achtung, <a href="http://www.youtube.com/rosaluxstiftung#p/u/0/DuruGExayoY">Werbung</a>. Für eine <a href="http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=19825&#038;type=0">Konferenz über die berühmten Kreativen in Berlin und anderswo..</a>&#8230;Die »Creative Industries« gelten als Schlüssel für die Metropolenentwicklung im 21. Jahrhundert. Stadtregierungen wie in Berlin rücken sie ins Zentrum von Image- und Standortpolitik. Bei den Debatten steht vor allem der Nutzen für Wirtschaft und Stadtentwicklung im Vordergrund - selten werden die gewandelten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kreativen in den Blick genommen. Sie sollen auf dem <a href="http://www.youtube.com/rosaluxstiftung#p/u/0/DuruGExayoY">Kongress</a> zum Thema werden. Die digitale Revolution der Produktions- und Distributionsmittel, die Kämpfe um intellektuelle Eigentums- und Verwertungsrechte, flexiblere Unternehmensstrukturen und Arbeitsverhältnisse, die Projektform der Arbeit und die Privatisierung von Kultureinrichtungen haben Arbeits- und Lebensweisen wie Subjektivitäten verändert. Einer schier unübersichtlichen Zahl von Betätigungschancen steht eine enorme Konkurrenz um Jobs und Aufträge gegenüber, den gewachsenen Ausdrucksmöglichkeiten ein Druck zur Konformität des Marktes, einer freieren Selbstbestimmung die Selbstausbeutung in informellen und entgrenzten Arbeitsverhältnissen bei unsicheren Einkommen.
</p>
<a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=eigentum" rel="tag">Eigentum</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=geistiges-eigentum" rel="tag">Geistiges Eigentum</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=lustig" rel="tag">lustig</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=wirtschaft" rel="tag">wirtschaft</a>]]></content:encoded>
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		<title>Wirtschaft vom Kopf auf die Füße gestellt</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 15:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>witzisch</dc:subject><dc:subject>lustig</dc:subject><dc:subject>politik</dc:subject><dc:subject>wirtschaft</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Wer wissen will, was &#8220;Urlaub&#8221; mit &#8220;Erlauben&#8221; zu tun hat, wie man jetzt auf das Sozialschmarotzer-Argument spekulieren kann, wo denn plötzlich die Krise hin ist oder warum gebärunwillige Frauen nicht an der Finanznot der Rentenkasse schuld sind, der kann diese und andere Fragen jeden Freitag von Kolumnist Stephan Kaufmann beantwortet bekommen. Das täglich-unerträgliche Rauschen aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer wissen will, was &#8220;Urlaub&#8221; mit &#8220;Erlauben&#8221; zu tun hat, wie man jetzt auf das Sozialschmarotzer-Argument spekulieren kann, wo denn plötzlich die Krise hin ist oder warum gebärunwillige Frauen nicht an der Finanznot der Rentenkasse schuld sind, der kann diese und andere Fragen <a href="http://www.dnews.de/cache/monopoly/">jeden Freitag von Kolumnist Stephan Kaufmann </a>beantwortet bekommen. Das täglich-unerträgliche Rauschen aus Politik und Wirtschaft kurzweilig mal eben vom Kopf auf die Füße gestellt. Sehr zu empfehlen.
</p>
<a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=lustig" rel="tag">lustig</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=politik" rel="tag">politik</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=wirtschaft" rel="tag">wirtschaft</a>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Anachronistisches Überbleibsel</title>
		<link>http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/2009/04/03/anachronistisches-uberbleibsel/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 11:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject><dc:subject>Herrschaft</dc:subject><dc:subject>lustig</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Kleines Schmankerl zum Lesen für Zwischendurch: Hintergrund des Artikels (im folgenden vollständig zitiert, falls der Link nicht geht), ist ein Vortrag, den ich in Thüringen auf der Burg Bodenstein gehalten habe. Die Burg war ehemals im Besitz der Familie von Wintzingerode, sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von den kommunistischen Machthabern enteignet. Der Autor des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kleines Schmankerl zum Lesen für Zwischendurch: <a href="http://www.freiewelt.net/1-politik/">Hintergrund des Artikels</a> (im folgenden vollständig zitiert, falls der Link nicht geht), ist ein Vortrag, den ich in Thüringen auf der <a href="http://www.burg-bodenstein.de/">Burg Bodenstein </a>gehalten habe. Die Burg war ehemals im Besitz der Familie von Wintzingerode, sie wurde nach dem 2. Weltkrieg von den kommunistischen Machthabern enteignet. Der Autor des folgenden Artikel ist Jobst Graf Wintzingerode.<a id="more-122"></a></p>
<p>&#8220;Die marxistische Renaissance - Ein Erfahrungsbericht</p>
<p>Die Krise als Katalysator?</p>
<p>Es geht wieder um, das vermoderte Gespenst des Kommunismus. Und gespenstisch sind seine Auftritte fürwahr. Die Feuilletons freuen sich über eine neue Debatte, ausgelöst durch ein vorgeblich rasant gestiegenes Interesse an Karl Marx und seinen &#8220;ökonomischen&#8221; Lösungen. Der Dietz-Verlag, eine Tochtergesellschaft der mehrfach umbenannten SED, freut sich über &#8220;enorm&#8221; gestiegene Verkaufszahlen des &#8220;Kapitals&#8221;: Sagenhafte 3800 Exemplare im Jahr 2008. Von einem anderen eschatologischen Klassiker, der heiligen Schrift, werden weltweit 700 Millionen Exemplare gedruckt.</p>
<p>Dennoch läuft die Agitprop-Mühle der „Linken&#8221; heiß. Der reanimierte SDS tingelt mit der Marx-Show „Kapital-Lesen&#8221; durch die Hörsäle des Landes. Sie funktioniert ähnlich wie ein Bibelkreis: Erfahrene Apostel eines „modernen&#8221; Marxismus wie die OSI-Professoren Elmar Altvater und Michael Heinrich bemühen sich mit Nachwuchsjüngern um die Exegese des heilsbringenden Textes. Dabei werden dann schon mal Plakate mit Aufschriften wie „Die letzte Schlacht gewinnen wir!&#8221; ausgerollt. Die Medien berichten über all das brav, abseits der Rotfront-Folklore ist aber kein wirklicher Fortschritt für den Glauben an die rote Heilslehre zu erkennen, die allmächtige Demoskopie macht es offenbar.</p>
<p>Kirchenfunktionäre als Möchtegern-Steigbügelhalter</p>
<p>Aber nicht nur die üblichen Verdächtigen widmen sich dem geistigen Kampf gegen das „System&#8221; und für eine neue Legitimation marxistischer Ideen. Auch einzelne Funktionsträger in der evangelischen Kirche haben sich ihm verschrieben. Das wackere und unermüdliche Einstehen der Erfurter „Regionalbischöfin&#8221; Elfriede Begrich für die SED-Nachfolgeorganisation ist ein Beispiel dafür. Ein weiteres war am 24. März in der Familienerholungs- und Begegnungsstätte der Evangelischen Landeskirche der Kirchenprovinz Sachsen auf der Burg Bodenstein zu bestaunen. Im Rahmen der „Bodensteiner Gespräche&#8221; stand das umständliche Thema Karl Marx heute gelesen – überraschend aktuell oder Schnee von gestern auf dem Programm. Obwohl als Koordinationspartner der Gesprächsreihe offiziell nur die sozialdemokratische Friedrich-Ebert-Stiftung, die unionsnahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die grüne Heinrich-Böll-Stiftung angegeben werden, fand der Abend „in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung&#8221; statt. Die RLS dürfte sich als Think Tank der SED-Epigonen gleichsam als intellektuelle Keimzelle der herbeigeredeten marxistischen Renaissance betrachten.</p>
<p>Der Veranstaltungsflyer im Corporate Design der Burg Bodenstein, dessen Texte als Aussagen der einladenden Institution aufgefaßt werden mußten, hat es in sich. Dort heißt es: „Das Kapital bringt die [heutigen] gesellschaftlichen Verhältnisse als Klassenverhältnisse zum Vorschein, entblößt die herrschende Ideologie der klassenfreien „Dienstleistungs-&#8221; und „Informationsgesellschaft&#8221; […]. Dass die kapitalistische Marktwirtschaft als zum dem Wesen des Menschen gehörig hochstilisiert wird, ist als Ideologie zu durchschauen.&#8221; Die grundgesetzliche Eigentumsgarantie wird in dieser kirchlichen Einladung als prägende Grundkonstante des Kapitalismus abgetan, die keine überhistorische Notwendigkeit beinhalte und damit entbehrlich sei.</p>
<p>Auftritt einer „modernen&#8221; Marx-Exegetin auf der Kirchenburg</p>
<p>Aufgrund familiärer Bindung an die Burg und ihren Träger habe ich beschlossen, mich dem zu erwartenden Vortrag einer dialektisch profund untermauerten, neomarxistischen Heilsgeschichte auszusetzen</p>
<p>Eingedenk des rhetorischen und polemischen Geschicks älterer Vertreter dieses Fachs rekapitulierte ich im Vorfeld Karl Poppers „Offene Gesellschaft&#8221;, um deren Feinden argumentativ entgegenzutreten</p>
<p>Artikel weiterlesen<br />
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<p>Diese Rüstung erwies sich zwar als glänzend, blieb aber völlig jungfräulich. Denn statt des erwarteten dialektischen Feuerwerks bot sich im Rittersaal der Burg die folgende Szene:</p>
<p>Sabine Nuss, eine freundliche junge Dame und Referentin für Politische Bildung bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, sitzt einer überschaubaren Gruppe von 19 Personen gegenüber. Ein Tisch ist mit den sprichwörtlichen Trägern grau-beiger Anoraks besetzt, an dem jener Teil der „Linken&#8221;-Anhängerschaft erkennbar ist, der aus Altfunktionären der SED besteht. Natürlich gibt es unter ihnen auch Einen, der jedes Wort mitschreibt, vielleicht, um es anschließend einem fiktiven Führungsoffizier hinterbringen zu können. Die grauen Herrschaften stellen treuherzige Fragen zur Marxschen Familie oder zur Handschrift des Meisters und zeigen artig auf, als das Publikum die Gelegenheit bekommt, seine ML-Kenntnisse unter Beweis zu stellen. Außerdem gibt es bärtige Globalisierungsgegner, die vergeblich darauf hoffen, den Kapitalismus durch Marx und die Referentin als unbelehrbaren Kriegstreiber entlarvt zu sehen. Der Rest des Publikums besteht aus vielleicht drei bis vier neutral oder ablehnend Interessierten und aus meiner Begleitung von vier Personen, die sich gleich mir ein Bild von dem dunkelroten Treiben auf der Burg machen wollen.</p>
<p>Proseminar über Marx und das „Kapital&#8221;</p>
<p>In ihrem lähmend langweiligen Referat berührt Dr. rer. pol. Nuss sodann auf dem Niveau eines Volkshochschulkurses die Biographie von Karl Marx sowie die Entstehungs-, Publikations- und Rezeptionsgeschichte seiner Werke. Deren konkreter Inhalt, vor allem aber die Anwendbarkeit ihrer Aussagen auf die Gegenwart, bleiben im Dunkeln. Stattdessen kleinteilige Power-Point-Folien, die für die meisten Teilnehmer unlesbar sind. Aufregend ist eigentlich nichts, abgesehen von der unverfrorenen Verwendung der Nomenklatur des historischen Materialismus. Während die „neoliberalen Knechte der Reaktion&#8221; der Unwissenschaftlichkeit bezichtigt werden, läßt sich die moderne Marxistin ohne jede Relativierung über Klasseninteressen, Bourgeoisie und Feudalismus aus. Als sie erklären soll, was Kapitalismus eigentlich definiere, beschreibt sie ihn so: Jeder Marktteilnehmer produziere irgendetwas, ohne zu wissen, ob es dafür Bedarf gibt und ohne sich mit den anderen Produzenten abzustimmen. Aha. Spätestens jetzt wähnt man sich im falschen Film.</p>
<p>Noch konnte man hoffen, wenigstens im Diskussionsteil auf seine Kosten zu kommen. In dessen erster Hälfte ließ der Moderator, ein pensionierter Pfarrer, jedoch nur „Sachfragen&#8221; zu Marx zu, die sich auf seine häuslichen Verhältnisse und ähnlich weltverändernde Probleme beschränkten. Definitionen werden selbst auf Nachfrage vermieden.</p>
<p>Dann endlich, es waren indessen 90 quälende Minuten vergangen, regt der Moderator Fragen mit Aktualitätsbezug an. Die beigen Anoraks lassen sich nicht lumpen: Sie fordern die sofortige Abschaffung des „Privateigentums an Produktionsmitteln&#8221;. Denn Marx habe ja bewiesen, daß dies das Urübel aller ausbeuterischen Klassengesellschaften sei. Seine Beseitigung wäre für diese Herrschaften der erste Schritt auf dem Weg ins kommunistische Wolkenkuckucksheim. Für mich und alle anderen, die der Freiheit Vorzug vor der Gleichheit geben, wäre sie dagegen der wichtigste Schritt voran oder eigentlich zurück in eine geschlossene, totalitäre Gesellschaft. Ein anderer Teilnehmer möchte in möglichen Banken- und Konzernverstaatlichungen bereits Anzeichen für den bevorstehenden Sieg über das Kapital erkennen.</p>
<p>Dünnhäutiger Moderator, aalglatte Referentin</p>
<p>Nun sehe auch ich meine Stunde gekommen und bitte die Referentin, ihre eigene Position und die der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu den Enteignungsphantasien der anwesenden Altkommunisten zu benennen. Vom harmoniebedürftigen Moderator erhalte ich eine Rüge, weil ich es gewagt habe, die vorangegangene Aneinanderreihung bolschewistischer Parolen als Büttenreden zu bezeichnen. Entsprechend feindselig ist das Gemurmel von der Bank der pensionierten Staatsbürgerkundewächter. Innerlich danke ich meinem Schöpfer für die Gnade, nicht in einem muffigen Großraumgefängnis leben zu müssen, sondern als freier Bürger gelernt zu haben, freie Rede und offene Konfliktaustragung als Wert an sich zu begreifen.</p>
<p>Frau Nuss benennt ihre Position zum Privateigentum natürlich nicht, bemüht sich noch nicht einmal, eine intellektuell ansatzweise redliche Antwort zu geben. Sie weiß, daß sie die treuesten Wähler der Linken durch Widerspruch nicht verprellen darf, aber auch, daß sie die grundgesetzlich garantierte, freiheitlich-demokratische Grundordnung angreifen würde, stimmte sie ihnen einfach zu. Dem feindlichen Verfassungsschutz möchte man bei den SED-Nachfolgern möglichst keine Flanke bieten.</p>
<p>Nun dringt der Moderator darauf, Frau Nuss möge doch zum Abschluß vermitteln, wie man die „herrschende Ideologie&#8221;, also die Soziale Marktwirtschaft, mit Hilfe des „Kapitals&#8221; von Marx besiegen könne. Die Ehrlichkeit ihrer Antwort ist verblüffend und bestätigt in Worten das, was der ganze Abend schon gezeigt hat: Momentan sei keine starke linke Bewegung vorhanden, mit deren Hilfe revolutionäre Ideen umgesetzt werden könnten. Im Rahmen der parlamentarischen Arbeit der Linken könne nur ein wenig an den Stellschrauben des Kapitalismus gedreht werden, mehr sei nicht drin.</p>
<p>Große Enttäuschung und ehrliche Irritation des Moderators: So sei es ja nun nicht, es gäbe doch großartige linksalternative Konzepte für die moderne Weltrevolution. Na dann.</p>
<p>Auf mich hatte dieser Abend eine beruhigende Wirkung. Dieses Gespenst spukt zwar recht lebhaft, aber es bleibt doch ein Gespenst. Und die sind bekanntlich tot. Wenn sich die Renaissance des Marxismus auf solches Schmierentheater beschränkt, dann braucht uns vor ihr nicht bange zu sein. Gefährlicher ist die Mittelmäßigkeit in den demokratischen Parteien. Viele Mandatsträger verteidigen unsere freiheitliche Wertordnung oft nicht mehr um ihrer selbst willen, sondern richten ihr Handeln und Beginnen vor allem danach, wie sich Ämter und Mandate am besten sichern lassen. Eine solche Haltung ermöglicht den Dünnbrettbohrern von links und rechts die Ausübung ihres Rattenfängergewerbes. Darüberhinaus entblöden sich Teile der Evangelischen Kirche nicht, totalitären Propheten ein Forum zu bieten. Eine solche Entwicklung läßt weniger um die Marktwirtschaft fürchten, als um die Zukunft einer Religionsgemeinschaft, deren Vertreter statt Seelsorge und Verkündigung ideologische Zündeleien betreiben. Durch ihre Unterstützung extremistischer Kräfte sägen sie an dem Ast, auf dem sie in der Regel sehr bequem sitzen. Auch die „Deutschen Christen&#8221; suchten seinerzeit das „Heil&#8221; in dieser Welt und liefen totalitären Demagogen nach.&#8221;
</p>
<a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=herrschaft" rel="tag">Herrschaft</a>, <a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=lustig" rel="tag">lustig</a>]]></content:encoded>
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		<title>Marx-FAQ: Was ist eigentlich&#8230;.</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 21:48:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Marx</dc:subject><dc:subject>Marx</dc:subject>
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		<description><![CDATA[&#8230;der Unterschied zwischen Wert und Preis? Diese und andere Fragen tauchen bei der Lektüre des Kapitals von Karl Marx immer wieder auf. Der Hochschulverband der Linkspartei, SDS, hat nun ein Internet-Forum organisiert, in dem Leute, die das Kapital grade erst zu lesen anfangen, ihre Fragen stellen können und Leute die das Kapital schon gelesen haben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image121" src="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/wp-content/uploads/2009/01/anton.thumbnail.jpg" alt="anton.jpg" align="left" hspace="3"/>&#8230;der Unterschied zwischen Wert und Preis? Diese und andere Fragen tauchen bei der Lektüre des Kapitals von Karl Marx immer wieder auf. Der Hochschulverband der Linkspartei, SDS, hat nun ein Internet-Forum organisiert, in dem Leute, die das Kapital grade erst zu lesen anfangen, ihre Fragen stellen können und Leute die das Kapital schon gelesen haben, Antworten geben. Da mehrere Leute auf die gleichen Fragen antworten, macht das die Lektüre ganz interessant und offenbart verschiedene Lesarten - zumindest manchmal. Wers also wissen will: <a href="http://www.kapital-lesen.de/spip.php?rubrique17">Zum Marx-FAQ.</a>
</p>
<a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=marx" rel="tag">Marx</a>]]></content:encoded>
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		<title>Die Marx-Bubble. Vom Medienhype des Longsellers in Zeiten der Finanzkrise</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 23:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Marx</dc:subject><dc:subject>Marx</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Artikel von Sabine Nuss, Anne Steckner, Ingo Stützle, Erschienen in: ak - zeitung für linke debatte und praxis, Nr. 533 vom 21.11.2008: »›Das Kapital‹ geht weg wie warme Weggli«, titelte am 14. Oktober 2008 der Schweizer Blick. Mit dieser Meldung brachte das Blatt eine Story, die in den letzten Wochen durch alle Medien geisterte: Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Artikel von Sabine Nuss, Anne Steckner, Ingo Stützle, Erschienen in: <a onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/www.akweb.de');" href="http://www.akweb.de/" target="_blank">ak - zeitung für linke debatte und praxis</a>, Nr. 533 vom 21.11.2008:</strong> <img class="alignleft" style="float: left; margin: 2px;" src="http://www.das-kapital-lesen.de/wp-content/uploads/marx-150x150.jpg" alt="" width="137" height="137" /><br />»›Das Kapital‹ geht weg wie warme Weggli«, titelte am 14. Oktober 2008 der Schweizer <em>Blick</em>. Mit dieser Meldung brachte das Blatt eine Story, die in den letzten Wochen durch alle Medien geisterte: Der Verkauf des ersten Bands des »Kapital« hat sich nach Angaben des Berliner Karl Dietz Verlags, der unter anderem die Marx-Engels-Werke vertreibt, seit dem Jahr 2005 verdreifacht. Seither ist Verlagsleiter Jörn Schütrumpf ein gefragter Interviewpartner. Immer wieder muss er die gleichen Journalistenfragen beantworten, vor allem: Was sind das für Leute, die das Kapital lesen? Warum tun sie das? »Det ist die Krise«, erklärt der Verlagsleiter lakonisch.<a id="more-117"></a></p>
<p>Von der <em>Zeit</em> über die <em>Welt</em>, die <em>Saarbrücker Zeitung</em> bis zu TV-Berlin griffen alle bürgerlichen Medien das Thema auf: Marx ist wieder da. Schuld ist die Finanzkrise. Auch die Münchner Abendzeitung titelte: »Wegen der Finanzkrise kaufen immer mehr Menschen das Ur-Werk ›Das Kapital‹.« Die These schaffte es schließlich über den Teich. Associated Press schrieb, dass die Deutschen in der Finanzkrise »Trost bei Marx suchen«.<!--more--></p>
<p>Dass Marx es sogar in die Yellow Press schafft, ist bemerkenswert. Der Grund liegt allerdings weniger darin, dass sich die Leute in der aktuellen Finanzkrise von Marx trösten lassen wollen. Denn die Marx-Renaissance begann schon weit früher. Vorsichtig geschätzt machen sich seit Ende der 1990er Jahre zunehmend mehr - vor allem jüngere Leute - daran, »Das Kapital« zu studieren. Entweder selbstorganisiert in kleinen Gruppen oder bei diversen Bildungseinrichtungen.</p>
<p>Gegenwärtig startet der Hochschulverband der Linkspartei, Die Linke.SDS, eine bundesweite Kapitallesebewegung an den Universitäten. Die Vorbereitungen dazu haben weit vor der Finanzkrise begonnen. Ebenso weiß der Buchmarkt schon länger von Verkaufserfolgen mit Marx-Literatur zu berichten. Sowohl Einführungen in die Kritik der Politischen Ökonomie von Marx als auch diverse Biografien sind in den letzten Jahren neu erschienen und können teilweise enorme Auflagensteigerungen verbuchen. Der aktuelle Hype um »Das Kapital« ist zwar durch die Finanzkrise stärker geworden, wurde aber nicht erst dadurch geweckt.</p>
<p><strong>Die Finanzkrise und das &#8220;blaue Wunder&#8221;</strong></p>
<p>Letztlich erzählt uns die Marx-Bubble mehr über die Medien und die Krise als über Marx und seine Theorie. Bereits im Sommerloch dieses Jahres, am 23. Juni, brachte die <em>Süddeutsche Zeitung</em> eine längere Reportage über Dietz Berlin. Der Titel: &#8220;Auferstanden aus dem Ruin.&#8221; Die Unterzeile lautete: »Bleischwer lag ›Das Kapital‹ im Lager, doch plötzlich verlangt der Markt nach Karl Marx.« Von Börsencrash und Finanzkrise war hier noch nicht die Rede.</p>
<p>Ebenso wenig in der<em> Sonntag aktuell,</em> die die Story wie viele andere Zeitungen auch aufgriff und am 24. August 2008 mit der Schlagzeile »Das blaue Wunder« brachte. Als Grund wurde zu jener Zeit eher eine neue Sinnsuche und aufkommende Unzufriedenheit in der breiten Bevölkerung angegeben. So schreibt die <em>Sonntag aktuell</em>: »Laut Umfrage meinen 75 Prozent der Bundesbürger, dass es in Deutschland nicht gerecht zugehe.«</p>
<p>Bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober schließlich war die Finanzkrise ausgebrochen und der kleine Stand des Karl Dietz Verlags belagert von JournalistInnen. Von da an war dem Kapital-Hype Bahn gebrochen. Er hält bis heute an. Nun ist es das eine, dass JournalistInnen im alltäglichen Mediengeschäft stets auf der Suche nach neuen Storys gern auch mal Geschichten von der Konkurrenz abkupfern. Das andere aber ist die Frage, wann eine kleine dpa-Meldung, die von der Auflagensteigerung eines dicken, blauen Buches berichtet, im Nachrichtenticker der Zeitungen, der Fernseh- und Radiosender nicht untergeht, sondern von allen zeitgleich aufgegriffen wird. Noch im Sommer wäre diese Meldung wahrscheinlich verloren gegangen, die allgemeine Verunsicherung der Menschen angesichts der Verwerfungen der kapitalistischen Globalisierung allein wäre kein ausreichender Grund gewesen. Die Finanzkrise ist es. Warum?</p>
<p>Sowohl die Ton angebende ökonomische Zunft als auch die Medien stehen ratlos vor dem Desaster. Kein Wunder: Gerade noch hatte sich die Marktgläubigkeit auf allen Kanälen durchgesetzt, da bricht die »größte Finanzkrise der letzten Jahrzehnte« (Steinbrück) aus. Die Alltagsreligion des freien Marktes erleidet Schiffbruch. Norbert Röttgen, laut <em>Financial Times Deutschland</em> Merkels künftiger wirtschaftspolitischer Vordenker, kündigt an: »Die Krise zeigt: Liberale Marktgläubigkeit ist passé.« Selbst der Marktschreier des Neoliberalismus Nummer eins - Hans-Werner Sinn -, der wie kein anderer vom Mechanismus des Marktes und dessen freiem Wirken überzeugt ist, muss zugeben: Die Krise ist Ausdruck eines »anonymen Systemfehlers«.</p>
<p>So miserabel begründet der Glaube an den freien Markt immer schon war, so dünn sind die jetzt kursierenden Erklärungen für die Krise. Der beliebteste Topos ist die Managerschelte. Die unstillbare Gier der InvestmentbankerInnen und SpekulantInnen sollen den Schaden angerichtet haben. Der nächste Sündenbock ist die Politik. Erst das &#8220;Laissez Faire&#8221;, die mangelnde staatliche Kontrolle, habe zur Entfesselung der Märkte geführt. Letzteres verdeckt, dass die Deregulierung von Finanzmärkten immer auch eine Regulierung ist.</p>
<p>Entgegen einer weitverbreiteten Annahme war der Staat niemals abwesend oder gar geschwächt. Im Gegenteil: Er hat die Märkte mit seiner ganzen ihm zur Verfügung stehenden Macht erst so gemacht, wie sie jetzt sind. Die Frage, die jetzt niemand stellt, ist: warum eigentlich? Ebenso wenig erklärt die These von den gierigen ManagerInnen, warum ausgerechnet deren &#8220;Gier&#8221; so massive Folgen hat, während die »Gier« der kleinen Leute nach mehr Geld häufig entweder im Nichts oder vor dem Gericht endet.</p>
<p>Der Hype um Marx ist ganz offensichtlich Ausdruck eines Erklärungsnotstands. Und nicht nur das: Die Finanzkrise hat zu einer Legitimationskrise des Kapitalismus, nicht mehr nur des Neoliberalismus geführt. »Ist der Kapitalismus noch zu retten?« fragt die konservative Welt und stellt damit wie so viele in letzter Zeit die K-Frage. So grundsätzlich wollten es in den letzten Jahren nicht mal mehr die Linken beim Namen genannt wissen.</p>
<p>Mit dem gegenwärtigen Wirbel um Karl Marx gerät aber auch die ganze Ahnungslosigkeit ans Tageslicht. »Sozialismus in Raten« titelt <em>Focus Money</em> angesichts der Verstaatlichungen von Banken in den USA und zitiert einen republikanischen Senator mit den Worten: »Dieser Rettungsplan ist keine Lösung, sondern finanzieller Sozialismus und unamerikanisch.« Auch die Hamburger Morgenpost fragt besorgt: »Folgt auf die ungebremste Herrschaft des Marktes jetzt der ›Sozialismus 2.0‹ ?« Nach einem weit verbreiteten Verständnis ist man da nicht weit entfernt von dem, was das Werk von Marx angeblich ausmacht. So wird munter kolportiert, man finde bei Marx den Entwurf für eine sozialistische oder kommunistische Gesellschaft. Die taz kürt Karl Marx in einer Reportage über die gegenwärtige Kapitallesebewegung denn auch gleich zum »Erfinder des Sozialismus«.</p>
<p><strong>Marx-Wirbel: Ausdruck eines akuten Erklärungsnotstands</strong></p>
<p>Doch nicht nur die sogenannten Verstaatlichungen scheinen die Medien dazu zu bewegen, Marx aus der Mottenkiste zu holen. Auch die Angst vor einem Zusammenbruch des Kapitalismus, dem Peter Licht mit dem Refrain »vorbei, vorbei, endlich vorbei« entspannt entgegen singt, lässt viele Medien das mutmaßen, was auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in einem viel zitierten Spiegel-Interview äußerte, nämlich »dass gewisse Teile der marxistischen Theorie doch nicht so verkehrt sind«. Denn: »Ein maßloser Kapitalismus, wie wir ihn hier erlebt haben mit all seiner Gier, frisst sich am Ende selbst auf.« Doch weder findet man bei Marx eine Anleitung zum Sozialismus, noch die These, dass der Kapitalismus sich selbst auffressen würde.</p>
<p>Wer auch nur den Untertitel von »Das Kapital« zur Kenntnis nimmt, erfährt, dass es darin um »Die Kritik der Politischen Ökonomie« geht. »Politische Ökonomie« war zu Marx Lebenszeit die Bezeichnung für das, was wir heute als »Volkswirtschaftslehre« kennen. Marx&#8217; Kritik war eine Auseinandersetzung mit den analytischen Kategorien dieser Disziplin und dadurch zugleich mit dem System, das sie versucht zu begreifen: der kapitalistischen Produktionsweise.</p>
<p>Dabei analysiert er zuvörderst die Regeln des Spiels, nicht das Verhalten einzelner SpielerInnen. Und in diesem Spiel stehen die Konkurrenz aller gegen alle, die profitable Produktion und der erfolgreiche Absatz von Waren sowie das individualistische Erfolgsprinzip ganz oben in der Anleitung. Eine Anleitung, die die Menschen nicht bewusst geschrieben haben, aber durch ihr zwangsläufig »gieriges« und »egoistisches« Verhalten tagtäglich von Neuem bestätigen.</p>
<p><strong>Spielregelerklärer wird zum »Erfinder des Sozialismus«</strong></p>
<p>Marx hätte daher keineswegs die »Gier« von ManagerInnen, SpekulantInnen oder InvestmentbankerInnen abgestritten. Ihm zufolge liegt der Grund dieser Gier aber nicht in einer schlechten Erziehung. Vielmehr gehört es zum Charakter des Kreditsystems, dass es sich zum »kolossalsten Spiel- und Schwindelsystem« (MEW 25: 457) entwickelt. Profitmaximierung ist erwünscht im Kapitalismus. »Gierig« werden die Akteure nur im Nachhinein bezeichnet, wenn die Maximierung gescheitert ist. Hatte sie Erfolg, war der Manager clever.</p>
<p>Marx nun wirft der bürgerlichen Ökonomie vor allem die »Naturalisierung« dieser ökonomischen Beziehungen vor. Die gesellschaftlichen Formen, in denen Arbeit im Kapitalismus organisiert wird, sind jedoch historisch-spezifisch. Arbeitsteilung im Kapitalismus ist über Warentausch vermittelt, Arbeit und die Produkte der Arbeit treten in der Form der Ware, des Geldes und des Kapitals auf. Unter anderen Bedingungen gesellschaftlicher Produktion können diese Formen wieder verschwinden. Wie genau diese Produktionsweisen jedoch aussehen könnten, dazu erfahren wir bei Marx wenig.</p>
<p>Worüber wir allerdings sehr viel bei Marx erfahren, ist - hurra, hurra - die Krise. Nur führt sie nicht zum Zusammenbruch des Systems. Zwar ging Marx eine gewisse Zeit durchaus davon aus, dass der Kapitalismus in so etwas wie einer finalen Krise sein Ende finden würde. Auch, dass diese den Umsturz durch die Massen beschleunigen helfen könne. Indes: In seinem derzeit viel zitierten Hauptwerk »Das Kapital« ist Marx längst klar: Krise ist im Kapitalismus keineswegs etwas der Wirtschaft Äußerliches, ein quasi unvorhergesehener Betriebsunfall. Die Widersprüche, die sich in den Krisen entladen, beginnen nicht erst in den spekulativen Momenten von Kredit oder den berühmt-berüchtigt gewordenen »innovativen Finanzprodukten«, die unter bestimmten Umständen nicht mehr bedient werden können und dann ganze Zahlungsketten zum Zerreißen bringen.</p>
<p>Bereits der Warentausch - das Auseinandertreten von Kauf und Verkauf - ist spekulativ. Der Produzent kann sich nie sicher sein, sondern immer nur darauf hoffen, dass sich die von ihm hergestellte Ware auf dem Markt wirklich verkauft. Der Kredit schließlich erlaubt »die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis«. (MEW 25: 452) Kurzum: Das Krisenpotenzial ist der kapitalistischen Produktionsweise zu eigen und lässt sich nicht wegregulieren. Die Krise selbst ist eine Art Neustart des Systems - ein Refresh - keineswegs jedoch das Aufblitzen von dessen Ende.</p>
<p>Ähnlich ahnungslos ist die Journaille in Sachen Verstaatlichung: Der real existierende Sozialismus berief sich auf Marx. In allen diesen Ländern spielte der Staat nicht nur als Eigentümer an Produktionsmitteln und Banken eine wesentliche Rolle, sondern auch als Planungsinstanz. Ergo - so denkt sich das im Alltagsverstand - muss Marx für einen starken Staat und eine umfassende Verstaatlichung gewesen sein. Pustekuchen.</p>
<p>Zwar hat Marx es nicht mehr geschafft, eine Analyse des Staates zu schreiben, dennoch lässt sich der Lektüre des »Kapitals« entnehmen, dass der bürgerliche Staat genau jene Bedingungen sichert, unter denen die Akkumulation von Kapital überhaupt erst stattfinden kann. Zum Maßnahmenrepertoire kann dann auch der großzügige finanzielle Rettungsschirm gehören. Das Ziel dabei ist die Rettung der Finanzmärkte, damit der Laden weiterläuft. Das ist alles andere als »Sozialismus 2.0«.</p>
<p>Die Kluft zwischen dem, wofür Marx in der gegenwärtigen Krise herhalten muss und dem, wofür er tatsächlich steht, ist groß. Sie erklärt, warum die Marx-Bubble platzen wird, sobald die Maschine wieder hochgefahren ist. Es sei denn, die Leute beginnen, Marx zu lesen, statt bloß über ihn zu reden.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Sabine Nuss, Anne Steckner, Ingo Stützle</strong></p>
<p style="text-align: left;">Erschienen in: <a onclick="javascript:urchinTracker ('/outbound/www.akweb.de');" href="http://www.akweb.de/" target="_blank">ak - zeitung für linke debatte und praxis</a>, Nr. 533 vom 21.11.2008</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.das-kapital-lesen.de/wp-content/uploads/marxbubble_ak.pdf"><img class="alignright" style="float: right;" src="http://www.stuetzle.in-berlin.de/wp-content/uploads/pdf-icon.jpg" alt="" width="50" height="50" /></a></p>
<a href="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/index.php?tag=marx" rel="tag">Marx</a>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Das ist meine Schaufel&#8221;</title>
		<link>http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/2008/05/23/das-ist-meine-schaufel/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 May 2008 08:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine.nuss</dc:creator>
		
	<dc:subject>Eigentum</dc:subject>
	<dc:subject>Geistiges Eigentum</dc:subject>
	<dc:subject>Eigentumstheorie</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Meine Schaufel, Deine Schaufel. Was hinter dem mein/dein steckt, erkläre ich ganz kurz im Stichwort &#8220;Eigentum&#8221; auf den Themenseiten Wirtschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Das Ganze basiert auf einem Vortrag vom Sommer 2007 auf der Attac-Sommerakademie.

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			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image114" src="http://wbk.in-berlin.de/wp_nuss/wp-content/uploads/2008/05/schaufel.thumbnail.jpg" alt="schaufel.jpg" align="left" hspace="4"/>Meine Schaufel, Deine Schaufel. Was hinter dem mein/dein steckt, erkläre ich ganz kurz im Stichwort <a href="http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=16413">&#8220;Eigentum&#8221;</a> auf den Themenseiten Wirtschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Das Ganze basiert auf einem Vortrag vom Sommer 2007 auf der Attac-Sommerakademie.
</p>
No Tags]]></content:encoded>
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