Alltag in Deutschland 2007

Im Zug von Freiburg nach Mannheim. Passant mit zwei kleinen Jungs (Vater und Söhne?) und Bahnschaffner stehen an einer der Zugtüren, der Zug fährt langsam Richtung Bahnhof Mannheim. Man wartet. Plötzlich der kleine Junge: „Ey, vielleicht geht die Türe schon jetzt auf, wenn der Zug noch fährt“. Sagt der Schaffner: „Nein, nein, das ist zu gefährlich, auch wenn der Zug so langsam ist, kannst Du Dir noch das Genick brechen, wenn Du rausfällst.“ Sagt der Papa: „Ja, das hab ich neulich mal erlebt auf der Fahrt nach Karlsruhe von der Schweiz. Da hat die Grenzpolizei einen, äh, ich glaube Flüchtling, oder sowas, in den Zug gebracht und der wollte nicht und als der Zug angefahren ist, sprang er aus dem Fenster. Unglaublich. Da kannst Du nichts machen, da sitzt Du einfach so daneben und der springt einfach.“ Bahnschaffner nickt: „Jaja, das hatten wir neulich auch. Lag so ein Schwarzfahrer unter den Sitzen, hat sich versteckt. Dauerte bis Braunschweig, bis wir den gesehen haben. Dann haben wir ihn festgehalten und die Bahnpolizei gerufen. Aber der ist einfach aus dem Fenster gesprungen, war sofort tot. Hatt mich drei Stunden meines Feierabends gekostet.“ Er lacht: „Haja, mit sowas darf man sich nicht belasten. Ist doch selber schuld.“ Papa lacht nicht mehr. Zug hält an, alle raus. Endlich.

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